Der Nationalpalast in Mafra

Selbst im so sonnigen Lissabon regnet es dann und wann. Nicht weiter tragisch, schließlich bietet die Stadt nicht nur ebenso zahlreiche wie sehenswerte Museen, Galerien, Kirchen und Paläste. Auch in den Restaurants und Bars lässt sich ein verregneter Tag ziemlich problemlos überbrücken.

Wer Lissabon schon ausgiebig erkundet hat oder vielleicht nicht zum ersten Mal hier ist, findet außerhalb der Stadtgrenzen genügend Alternativen. Da wäre zum Beispiel der Nationalpalast in Mafra, der mit dem Mietwagen über die A8 in einer Dreiviertelstunde bequem zu erreichen ist.

Ganz ohne Frage hat die größte Palast- und Klosteranlage in Portugal schon bessere Tage erlebt. Vieles ist renovierungsbedürftig, einige der zu besichtigenden Räume sind arg dunkel. Auch hätte ich mir an manchen Stellen ausführlichere Erklärungen gewünscht, denn es gibt in Mafra keine Audioführer.

Doch alleine schon seine schiere Größe macht den Palácio Nacional sehenswert. Das Barockgebäude ist 220 Meter breit, seine Fläche von 38.000 Quadratmetern ist in 1.200 Räume unterteilt. An der Errichtung des unter der Leitung des Regensburger Architekten Johann Friedrich Ludwig nach dreizehnjähriger Bauzeit 1730 fertiggestellten Prunkbaus waren über 50.000 Arbeiter beteiligt.

Nobelpreisträger José Saramago hat dem Palast übrigens mit seinem Buch Das Memorial ein literarisches Denkmal gesetzt. Als Vorbereitung auf einen Besuch in Mafra zählt der Roman zur Pflichtlektüre, danach erleben Sie den Palácio Nacional de Mafra mit völlig anderen Augen.

Palácio Nacional de Mafra
Terreiro Dom João V, Mafra
Mittwoch-Montag 9.30-17.30 Uhr, Eintritt 6 Euro

Stand: April 2018








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