Das Kutschenmuseum

Nach fünfjähriger Bauzeit und einigen finanziellen Turbulenzen wurde im Mai 2015 der Neubau des Kutschenmuseums Museu dos Coches im historischen Stadtteil Belém eröffnet. Im dem vom brasilianischen Architekten Paulo Mendes da Rocha entworfenen Gebäude sind auf 7.500 Quadratmetern Fläche 70 Kutschen aus dem 16. bis 19. Jahrhundert untergebracht. Sie stammen aus Portugal, England, Frankreich, Italien und Österreich.

Einige Ausstellungsstücke gehören zu den ältesten erhaltenen Kutschen in Europa. Gezeigt wird von goldschimmernder barocker Opulenz bis hin zu eher zweckmässig gehaltenen Postkutschen jüngeren Datums so ziemlich alles, was in längst vergangenen Zeiten auf zwei oder vier Rädern über die Straßen und Wege rumpelte.

Da ist es etwas schade, dass die Präsentation in dem riesigen Neubau doch sehr schlicht geraten ist. Ich hätte mir jedenfalls mehr Erklärungen zur Funktionsweise der Kutschen gewünscht. Im Zeitalter der Computeranimationen sollte es dazu eigentlich möglich sein, die eine oder andere Kutsche zu neuem virtuellen Leben zu erwecken. So lebt die Ausstellung ganz vom Kontrast zwischen den oftmals überreich dekorierten Fahrzeugen und dem ganz dem Trend der Zeit gehorchenden nüchternen Betonbau.

Mit fast 350.000 Besuchern im Eröffnungsjahr gehört das Museu dos Coches zu den großen Publikumsmagneten in Lissabon. Für einen Besuch sollte man maximal eine Stunde einplanen.

Avenida da Índia 136
Dienstag - Sonntag 10-18 Uhr, Eintritt 6 Euro

Stand: Dezember 2016













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