Ginjinha - Der Likör aus Lissabon





















Wir schreiben das Jahr 1840, als der aus Galizien stammende Kaufmann Francisco Espinheira gemeinsam mit einem Kapuzinermönch einen Likör ersinnt, der die Trinkgewohnheiten der Lisboetas nachhaltig verändert. Dazu lässt Espinheira zunächst Sauerkirschen zwei Monate lang in Brandy fermentieren und gibt anschließend Zucker und Zimtwasser hinzu.

Der Kirschlikör mit seinem angenehmen Alkoholgehalt von etwa 20 Prozent erfreut nicht nur die beiden experimentierfreudigen Herren. So groß ist der Erfolg, dass Espinheira noch im gleichen Jahr in unmittelbarer Nähe des zentralen Rossio-Platzes die winzige Stehbar A Ginjinha eröffnet.

Noch heute wird dort am Largo de São Domingos jenes Getränk ausgeschenkt, dessen Name sich von der Frucht Ginja - zu deutsch Sauerkirsche - ableitet. Ginjinha ist die bei Portugiesen allgemein so beliebte Verkleinerungsform, folglich lassen sich Einheimische wie Besucher seit mehr als 175 Jahren ein Sauerkirschlein schmecken.

Mit oder ohne?


Bei der Bestellung gilt es noch die grundlegende Frage zu klären, ob man sein Likörchen com elas oder sem elas zu sich nehmen möchte, also lieber mit oder ohne Kirschen im Glas. Für wenig mehr als einen Euro kann man dann das typischste aller Getränke der portugiesischen Hauptstadt in Angriff nehmen.

Immer wieder soll es vorkommen, dass auch Novizen sehr rasch Gefallen an der Ginjinha finden. Alle, die nach einem ersten kleinen Gläschen Lust auf mehr verspüren, können rund um den Rossio noch zwei weitere, nicht minder traditionsreiche Schänken besuchen.

Nur wenige Meter entfernt wartet in der Rua Portas de Santo Antão die 1890 ebenfalls von einem Galizier eröffnete Stehbar mit dem selbstbewussten Namen Ginjinha sem Rival (Ginjinha ohne Rivalen) auf Kundschaft. Auch in diesem nur zehn Quadratmeter großen Ausschank findet nicht mehr als eine Theke Platz. Zum trinken begibt man sich zurück auf die Straße, was angesichts des üblicherweise schönen Wetters in Lissabon durchaus angenehm ist. 

Dritte und jüngste im Bunde ist die seit 1931 geöffnete Schänke Ginjinha Rubi in der Rua Barros Queirós zwischen Rossio und Martim Moniz. Obwohl ebenfalls nur wenige Schritte vom A Ginjinha entfernt, verirren sich hierhin weniger Touristen. Allein die wunderschönen blauen Kachelbilder rund um die Theke rechtfertigen allemal ein drittes Gläschen.

A Ginjinha
Largo de São Domingos, täglich 9-22 Uhr

Ginjinha sem Rival
Rua Portas de Santo Antão 7, täglich 7-0 Uhr

Ginjinha Rubi
Rua Barros Queirós 27, täglich 7-0 Uhr

Stand: November 2016







Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen