Convento do Carmo













Am Morgen des 1. Novembers 1755 haben sich in den Kirchen von Lissabon gerade die Gläubigen versammelt um Allerheiligen zu feiern, als um 9.40 Uhr plötzlich der Boden erzittert. Innerhalb weniger Minuten verwüstet ein verheerendes Erdbeben eine der reichsten Städte der damaligen Zeit. Was vom Beben verschont bleibt, wird vom Feuer und drei Tsunamiwellen zerstört, die vom Tejo aus über Lissabon hereinbrechen.

Bis zu 100.000 der damals 275.000 Einwohner der portugiesischen Hauptstadt finden an diesem Tag den Tod, das Beben mit einer Stärke von 8,5 bis 9 auf der Richterskala gilt bis in die Gegenwart als eine der schlimmsten Naturkatastrophen in Europa. Die Ereignisse des Allerheiligentags werden heute im Lisboa Story Centre eindrucksvoll simuliert.

Selbst im fernen Deutschland versetzt die Tragödie die Menschen in Angst und Schrecken. Johann Wolfgang von Goethe beschreibt in seiner Autobiographie Aus meinem Leben. Dichtung und Wahrheit das Erdbeben von Lissabon als außerordentliches Weltereignis, durch das die Gemütsruhe des Knaben zum ersten Mal im Tiefsten erschüttert wurde.


Mahnmal einer Katastrophe


Ein bis heute weithin sichtbares Mahnmal der Katastrophe ist das ehemalige Karmeliterkloser Convento do Carmo auf dem Hügel des Bairro Alto, das vom Beben bis auf die Grundmauern zerstört wurde. Erbaut in den Jahren 1389 bis 1423, scheiterte der immer wieder in Angriff genommene Wiederaufbau des Convento do Carmo zuletzt an der Säkularisation der portugiesischen Mönchsorden 1834.

Wieder errichtet wurde bis dahin lediglich ein Klosterflügel, der heute von der Nationalgarde Guarda Nacional Republicana als Hauptquartier genutzt wird. Der Largo do Carmo vor der Befehlszentrale der GNR sollte im 20. Jahrhundert zu einem der bedeutendsten Schauplätze der portugiesischen Nelkenrevolution vom 25. April 1974 werden.

Die Klosterruine selbst wird heute wegen ihrer herausragenden Akustik an warmen Sommerabenden für Konzertveranstaltungen genutzt. Tagsüber ist das Convento do Carmo für Besucher geöffnet, die das altehrwürdige Gemäuer bequem über den Elevador de Santa Justa erreichen.

Convento do Carmo
Largo do Carmo
Dienstag-Sonntag 10-17 Uhr (Oktober-April), bzw. 10-18 Uhr (Mai-September), Eintritt 3 Euro

Stand: Februar 2016









Kommentare:

  1. Ganz toller Blog, ich fahre im März ein paar Tage nach Lissabon. Mit diesen tollen Infos und Bildern kann ich mich super drauf vorbereiten. Vielen Dank!

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    1. Hallo Mella,

      es freut mich natürlich sehr, dass dir mein Blog gefällt! Ich wünsche dir schon heute wunderbare Tage in einer der schönsten Städte der Welt :-)

      Beste Grüße,

      Markus

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