Am Ufer der Entdecker

Stolz stehen sie am Ufer des Tejos, keinen Kilometer voneinander entfernt: Der historische Torre de Belém und das neuzeitliche Padrão dos Descobrimentos. Beide erinnern im Stadtteil Belém an die lange Geschichte der Entdeckernation Portugal.

Von Belém aus stachen im 15. und 16. Jahrhundert die portugiesischen Karavellen in See, um neue Welten für jenes kleine Land zu entdecken, das zum langlebigsten Kolonialreich Europas werden sollte. Ein Reich, dessen Geschichte bereits 1415 mit der Eroberung von Ceuta beginnt und erst 1999 mit der Rückgabe der letzten Kolonie Macao sein Ende finden sollte.

Der 35 Meter hohe Torre de Belém wurde 1521 als Wachturm für den Hafen von Lissabon an der Flussmündung des Tejos fertiggestellt. Der ursprünglich mitten im Fluss gelegene Turm wurde bis ins 19. Jahrhundert als Gefängnis und Waffenarsenal genutzt. Er zählt zu den wichtigsten Bauwerken der Manuelinik und gehört seit 1983 auch zum Weltkulturerbe der UNESCO. Wer genügend Zeit hat, kann die manuelinischen Ornamente bei einer Besichtigung aus nächster Nähe bewundern und dabei auch einen Blick von der Aussichtsplattform im obersten Stockwerk werfen.

Ein Ausblick, der natürlich nicht so spektakulär ist, wie der vom benachbarten Padrão dos Descobrimentos. Immerhin ist das Denkmal der Entdeckungen mit 56 Metern fast doppelt so hoch wie der alte Turm. Das erst 1960 anlässlich des 500. Todestages von Heinrich dem Seefahrer errichtete Monument bildet einen Schiffsbug, der über den Tejo hinausragt.

Auf ihm haben sich 33 Persönlichkeiten versammelt, ohne die die lusitanische Welt wohl um einiges kleiner geblieben wäre. Und so blicken heute Heinrich der Seefahrer, der Dichter Luís de Camões, der Astronom Pedro Nunes und nicht zuletzt die Entdecker Vasco da Gama und Pedro Álvares Cabral gemeinsam mit vielen weiteren Weggefährten etwas melancholisch aufs Wasser und gedenken der guten alten Zeiten.

Für drei Euro bringt ein Aufzug die Besucher hinauf zur Aussichtsplattform, auf der zumeist eine ziemlich steife Atlantikbrise weht. Belohnt wird man dafür mit tollen Ausblicken auf Belém und den Fluss, sowie natürlich auf die gigantische Windrose mit 50 Metern Durchmesser auf dem Vorplatz des Denkmals, die ein Geschenk Südafrikas an Portugal war.

Torre de Belém
Avenida Brasília
Dienstag-Sonntag 10-17.30 Uhr (Oktober-April) bzw. 10-18.30 Uhr (Mai-September)
Eintritt 6 Euro

Padrão dos Descobrimentos
Avenida Brasília
Dienstag-Sonntag 10-18 Uhr (Oktober-Februar), Dienstag-Sonntag 10-19 Uhr (März),
Täglich 10-19 Uhr (April-September), Eintritt 3 Euro

Stand: November 2014

Blick vom Padrão dos Descobrimentos auf den Torre de Belém

Torre de Belém

Torre de Belém

Padrão dos Descobrimentos

Padrão dos Descobrimentos

Padrão dos Descobrimentos
Padrão dos Descobrimentos
Blick auf das Mosteiro dos Jerónimos

Blick auf den Palácio de Ajuda

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen