Eine Halle voller Köstlichkeiten


Der 1882 erbaute Mercado da Ribeira ist die älteste und größte noch erhaltene Markthalle Lissabons. Bis Anfang 2014 wurde der Markt am Flußufer in unmittelbarer Nähe des Tejos und des Bahnhofs Cais do Sodré für fünf Millionen Euro aufwändig renoviert und zu einem Freßtempel gigantischen Ausmaßes umgestaltet. Im 5.000 Quadratmeter großen Westflügel der Markthalle warten seitdem mehr als 30 Restaurants mit 750 Sitzplätzen auf hungrige Besucher.

Was auf den ersten Blick eher abschreckend klingt, erweist sich bei näherem Hinsehen als gelungenes Projekt. Der Mercado da Ribeira bietet Köstlichkeiten für jeden Geschmack, seien dies nun Fleisch, Fisch, Sushi, Tatar, Pizza, Nudeln, Hamburger oder traditionelle portugiesische Spezialitäten wie Schinken und Käse. Die Restaurants von portugiesischen Spitzenköchen runden das Angebot zu einem wahren Fest für die Sinne ab.

Besonders gefällt mir am Konzept des Mercados das Prinzip der Selbstbedienung. So kann der geneigte Gast nach Herzenslust aus dem reichhaltigen Angebot auswählen und sich einen bunten Strauß an Gaumenfreuden verschiedener Restaurants zusammenstellen.

Die Qual der Wahl


Nach mehreren Besuchen des Mercados habe ich inzwischen einige Lieblinge gefunden. Da ist zum einen die Manteigaria Silva, die Käse- und Schinkenspezialitäten aus allen Teilen Portugals in einer wunderbaren Qualität anbietet. Die Schinken vom iberischen Schwein sind dabei bis zu 60 Monate lang gereift und zergehen teilweise wie Butter auf der Zunge.

Zum anderen kann ich wärmstens empfehlen, die Kreationen von Küchenchef Alexandre Silva zu probieren. Alexandre ist ein in Portugal bekannter Fernsehkoch, der im Mercado da Ribeira oft selbst hinter dem Herd steht. Zuletzt durfte ich bei ihm ein Risotto mit Tinte vom Tintenfisch und gebratenen Jakobsmuscheln sowie einen Hamburger aus Ochsenfleisch mit Käse von den Azoren genießen. Bei der Erinnerung an beide Gerichte läuft mir noch jetzt das Wasser im Mund zusammen.

Der Mercado da Ribeira ist schon das zweite Projekt dieser Art in Lissabon. Bereits im November 2013 öffnete die Markthalle im Stadtteil Campo de Ourique ihre Pforten mit einem ähnlichen Konzept. Meiden sollte man lediglich die Wochenenden, denn dann platzt die Markthalle vor lauter Besuchern buchstäblich aus allen Nähten.

Mercado da Ribeira
Avenida 24 de Julho 50
Sonntag bis Mittwoch 10 bis 0 Uhr, Donnerstag bis Samstag 10 bis 2 Uhr

Stand: Oktober 2014






1 Kommentar:

  1. Lebhaft geht es hier in jedem Fall zu, und ein Erlebnis ist es sicherlich, das umso beeindruckender ausfallen mag, je größer das Budget ist, das man für den Besuch eingeplant hat. Es ist sicher auch möglich,für nur 10 Euro ganz gut zu essen. Man geht zur Theke seiner Wahl, bestellt und bekommt eine Art Ufo in die Hand gedrückt, das dann aufleuchtet, wenn das Essen fertig ist, was ziemlich schnell gehen kann. Etwas umständlich ist es, selbst ein Bier zu zapfen: etwa so wie Tanken an einem Tankautomaten. Da kann man sich aber auch zur Not helfen lassen, da die Anlage wohl nicht unfallfrei zu funktionieren scheint.

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