Restaurante Leopold

HINWEIS: Im Frühjahr 2017 ist das Leopold umgezogen. Küchenchef Tiago Feio bewirtet seine Gäste jetzt im Palácio Belmonte. Die Fotos und Eindrücke in diesem Beitrag stammen noch aus dem alten Restaurant in der Mouraria.

Mitten im alten Maurenviertel von Lissabon hat Küchenchef Tiago Feio zu Beginn des Jahres 2014 in einer ehemaligen Bäckerei sein kleines Restaurant Leopold eröffnet, das lediglich Platz für zwölf Gäste bietet.

Fast alles im Leopold ist anders als in anderen Gaststätten. Nach einer Küche sucht man vergeblich, sämtliche Gerichte werden vom Chef, der zuvor im angesehen Largo hinter dem Herd stand, direkt im schlichten, ganz in weiß gehaltenen Gastraum hinter einer Marmortheke zubereitet.

Die meisten Zutaten für seine experimentelle Küche gart Tiago in Vakuumbeuteln verpackt auf den Punkt genau in einem Roner Thermostat. Der katalanische  Spitzenkoch Joan Roca hat diese Methode, mit der in Frankreich seit Jahrzehnten Stopfleber gegart wird, für die Molekularküche weltweit salonfähig gemacht. Den Rest erledigt ein kleiner Elektrogrill, Töpfe oder Pfannen kommen nicht zum Einsatz.

So können die Besucher ihrem ambitionierten Gastgeber bei der Zubereitung der Speisen zusehen und gemeinsam mit ihm über seine außergewöhnlichen Rezeptideen philosophieren. Und Außergewöhnliches hat Tiago Feio, der seine kleine aber feine Speisekarte häufig variiert, ohne jeden Zweifel zu bieten, auch wenn die verwendeten Zutaten alle aus der traditionellen Küche Portugals stammen.

Besonders beeindruckt haben mich die Legumes na Terra (Gemüse auf Erde), bei denen Karotten, Rüben und weitere Gemüsearten auf einem Bett aus Johannisbrotkernmehl und Kakao zu einem wunderbaren Geschmackserlebnis kombiniert werden. Auch für Süßspeisen hat der Chef ein glückliches Händchen, sein Arroz de Morangos (Reis mit Erdbeeren) war schlichtweg göttlich. Tiago Feio und seine Partnerin Ana Cachaço, die im Leopold für den Service zuständig ist, legen großen Wert auf ein entspanntes Ambiente.

Es ist kein Problem, sich nacheinander mehrere Teller zu teilen, die freundlichen Gastgeber freuen sich ganz im Gegenteil, wenn ihre Gäste gemeinsam genießen. Da man den Gerichten zudem ansieht, welchen Stellenwert im Leopold neben dem Geschmack auch die Präsentation hat, wird ein Abendessen in der ehemaligen Bäckerei zu einem unvergesslichen Erlebnis.

Abschließend noch ein Wort zu den Preisen: Bei unserem letzten Besuch haben wir zu Dritt für sechs wunderbare Gänge und zwei Flaschen Wein ganze 76 Euro bezahlt, und das mitten in einer Stadt, die der Fernsehsender CNN im Januar 2014 zu Europe's Coolest City gekürt hat. Restaurants wie das Leopold tragen ihren Teil dazu bei, dass sich Lissabon dieser Auszeichnung würdig erweist.

Stand: Juli 2016






Kommentare:

  1. Genial gut!!! Empfehlenswert, da auch auf Allergiker eingegangen wird.
    LG, Claudia

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    1. Schön, dass es Dir gefallen hat! Ich habe mich auf Anhieb in das Leopold verliebt.

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  2. Hallo Markus,
    danke für den tollen Tipp, auch in der neuen Location super, genial zubereitete exzellente Produkte, toller Service, was will man mehr. War allerdings vorgestern sehr leer, die Betreiber des Palazzo scheinen den Laden nicht gut zu promoten, was schade ist. Das hat Ana auch im Gespräch so indirekt zugegeben.

    Grüße
    Kurt

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  3. Hallo Kurt,
    schön, dass es dir im Leopold gefallen hat! Ich habe es leider noch nicht ins neue Restaurant geschafft. Schade, dass es an der Promotion mangelt. Selbst auf der Webseite des Palácios ist das Restaurant kaum zu finden.
    Herzliche Grüße,
    Markus

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