Die Sammlung des Herrn Berardo


Als die angesehene britische Tageszeitung The Guardian ihren Lesern zu Beginn des Jahres 2014 die zehn besten Museen Europas mit freiem Eintritt vorstellte, durfte ein bedeutender Tempel der zeitgenössischen Kunst nicht fehlen: Das Museu Coleção Berardo in Lissabon, das seit 2007 im Kulturzentrum von Belém beheimatet ist.

Hier präsentiert der auf der Atlantikinsel Madeira geborene Geschäftsmann José Joe Berardo, dessen Vermögen im Jahr 2009 von der US-Wirtschaftszeitschrift Forbes auf rund eine Milliarde Dollar geschätzt wurde, einen nicht unbedeutenden Teil seiner umfangreichen Kunstsammlung.

Berardo gehört zu den schillerndsten und umstrittensten Figuren des portugiesischen Wirtschaftslebens. Den Grundstein zu seinem Vermögen legte der Selfmademan als junger Auswanderer in südafrikanischen Goldminen-Unternehmungen. Mitte der 1980er Jahre kehrte er nach Portugal zurück und investierte seine Gewinne in so unterschiedlichen Sektoren wie der Banken- und Medienindustrie, aber auch in Weingütern oder Hotels.

Selbst internationale Metropolen wie Paris oder Miami bemühten sich um die faszinierende Sammlung, die fast 900 der etwa 4.000 in Berardos Besitz befindlichen Kunstwerke zeigt, darunter Arbeiten von Meistern wie Andy Warhol, Jeff Koons, Joan Miró, Marcel Duchamp, Pablo Picasso, René Magritte oder Salvador Dali.

Dass schließlich der portugiesische Staat einen Teil seines 1992 anläßlich der EU-Ratspräsidentschaft errichteten Centro Cultural de Belém vorerst bis 2017 befristet für die Ausstellung zur Verfügung stellte, ermöglicht den Besuchern Lissabons bei freiem Eintritt eine einmalige Begegnung mit unzähligen Meisterwerken des 20. Jahrhunderts.

Als Kunstmäzen folgt Joe Berardo mit seiner Dauerleihgabe der Tradition des in Lissabon zur Legende gewordenen Calouste Gulbenkian, dessen Stiftung seit Jahrzehnten das kulturelle Leben der portugiesischen Hauptstadt prägt.

Museu Coleção Berardo
Centro Cultural de Belém,  Praça do Império
Dienstag-Sonntag 10-19 Uhr (Letzter Einlass 18.30 Uhr), Eintritt frei

Stand: August 2014







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