Einkaufszentren

Centro Vasco da Gama
Amoreiras, Colombo, Vasco da Gama. Das sind Namen, die jeder Bewohner Lissabons kennt. Es sind die Namen der drei großen Einkaufszentren der portugiesischen Hauptstadt, die, gemessen an ihrer Einwohnerzahl, Konsumtempel von wahrhaft gigantischem Ausmaß beherbergt.

So steht das nach Anzahl der Geschäfte größte Shopping Center der iberischen Halbinsel nicht etwa in Madrid oder Barcelona. Diese Krone gebührt dem 1997 direkt gegenüber dem Estádio da Luz eröffneten Centro Colombo, das seine Besucher mit über 340 Geschäften, 60 Restaurants, 9 Kinos und 6.300 Parkplätzen lockt.

Der Lisboeta schätzt seine Einkaufszentren. Hier erledigt er Einkäufe, geht ins Kino, trifft sich mit Freunden im Restaurant, findet im Sommer Abkühlung von der brütenden Sonne, im Winter Schutz vor dem rauen Atlantikwind und entgeht der chronischen Parkplatznot in seiner Stadt.

Alles begann im September 1985, als das vom umstrittenen portugiesischen Architekten Tomás Taveira entworfene Centro Comercial Amoreiras seine Pforten öffnete. Mit "nur" 219 Geschäften, 50 Restaurants, 7 Kinos und 900 Parkplätzen mutet es heute im Vergleich zum Colombo zwar geradezu heimelig an, sorgte aber durch seine futuristische Ästhetik und den die Hügel Lissabons überragenden Konturen schon vor der Eröffnung für eine leidenschaftliche Debatte zwischen Befürwortern und Gegnern des Projekts.

Dritter im Bunde ist das Centro Vasco da Gama mit 170 Läden, 33 Restaurants und sechs Kinosälen, das 1999 nach der Weltausstellung im Parque das Nações am Ufer des Tejos eröffnet wurde und für meinen Geschmack das architektonisch gelungenste Einkaufszentrum ist. Das Beer Deck im Vasco da Gama bietet dazu einen wunderbaren Blick auf den Tejo.

Täglich geöffnet


Alle drei Shopping Center haben sehr kundenfreundliche Öffnungszeiten. An sieben Tagen der Woche warten die Geschäfte von morgens bis in den späten Abend auf Kunden. Dazu kommt eine nicht enden wollende Auswahl an internationalen Marken und den üblichen Schnellrestaurants.

Lokaltypisches ist hier eher die Ausnahme, kann aber mit ein wenig gutem Willen doch gefunden werden. Wer einen regnerischen Tag überbrücken möchte, kann zum Beispiel im Colombo und Vasco da Gama die Restaurants Portugália oder Lusitana ausprobieren. Auch ein Kinobesuch bietet sich an, denn die Filme werden in Portugal nicht synchronisiert, sondern in der Originalfassung mit Untertiteln gezeigt.

Centro Colombo Avenida Lusíada, täglich 10-24 Uhr
Centro Comercial Amoreiras Av. Eng. Duarte Pacheco, täglich 10-23 Uhr
Centro Vasco da Gama Avenida Dom João II, täglich 9-24 Uhr

Stand: Oktober 2015

Centro Comercial Amoreiras

1 Kommentar:

  1. Zu diesem Thema, das mich nicht so interessiert, etwas zum Nachdenken:
    Die Folgen der Rezession sind in Lissabon nach wie vor an der beträchtlichen Zahl armer Menschen zu sehen, die ihr Leben durch Straßenmusik oder reine Bettelei fristen müssen. Darunter sind nicht nur die üblichen Gruppen, sondern auch gebildete, aber schon ältere Menschen, denen niemand mehr eine Arbeit gibt. Vielleicht sollte man bei der Einteilung des Budgets auch daran denken - speziell wenn man irgendwann mal von portugiesischen Staatsanleihen über die Bank seines Vertrauens profitiert hat.

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