Opernhaus und Filmkulisse



Alt ist es und ehrwürdig, das Opernhaus São Carlos mitten im historischen Stadtteil Chiado. 1793 von Prinzregent Dom João VI nach nur sechsmonatiger Bauzeit eröffnet, orientiert sich seine Architektur mit Elementen aus Neoklassizismus und Rokoko an den Opernhäusern von Mailand oder Neapel.

Anders als in vielen Häusern zu jener Zeit üblich, bleibt das São Carlos von Beginn an nicht dem Adel vorbehalten. Zutritt erhält, wer den Eintritt bezahlen und sich dem Anlass entsprechend kleiden kann. Ein Meilenstein für die Emanzipation des Bürgertums in Portugal. Ursprünglich von Kronleuchtern mit Talgkerzen erleuchtet, installiert man im Jahr 1850 eine Gasbeleuchtung, bevor das Gebäude ab 1885 elektrifiziert wird. Bis heute das bedeutendste Opernhaus des Landes, stehen hier unter anderem Monserrat Caballé, Maria Callas, Placido Domingo oder das Bolshoi-Ballet auf der Bühne.

Ein Ausflug ans Meer

Lissabon gehört zu den sonnigsten Metropolen Europas. An heiteren Tagen sind selbst in den Wintermonaten Temperaturen um die 20 Grad keine Seltenheit und laden dazu ein, die warmen Nachmittage im Freien zu verbringen. Grund genug, der turbulenten Großstadt für einige Stunden den Rücken zu kehren und einen Ausflug an den Strand zu machen.

Um von Lissabon ans Meer zu kommen, ist kein Mietwagen nötig. Die Küstenbahn Linha do Cascais bringt ihre Fahrgäste in 30 Minuten vom Bahnhof Cais do Sodré in den Badeort Estoril. Für wenig mehr als zwei Euro pro Fahrt ist dabei bereits die knapp 20 Kilometer lange Strecke ein Teil des Ziels, denn sie ist spektakulär schön.

Vorbei an den ehemaligen Hafenanlagen fährt der Zug zunächst den Tejo-Fluss entlang und passiert die historischen Monumente Beléms. Zwischen Oeiras und Carcavelos erreicht er das offene Meer und folgt fortan der Atlantikküste bis nach Estoril.

Der Friedhof der Freuden

Friedhofsspaziergänge sind sicher nicht jedermanns Sache. Wer aber eine Ader für diese Oasen der Ruhe mit ihrem morbiden Charme hat, findet in Lissabon einen besonders schönen Ort, an dem einigen reichen oder berühmten Verstorbenen der Stadt beeindruckende Mausoleen errichtet wurden.

Schon der Name ist Programm: Wo sonst außer in Lissabon findet man schließlich einen Friedhof der Freuden? Seinen verheißungsvollen Namen verdankt der Cemitério dos Prazeres dem Ortsteil Prazeres, in dem er 1833 anläßlich einer großen Choleraepidemie angelegt wurde.

Doch allein schon die geographische Lage war wohl Grund genug, dass sich der Begräbnisplatz bald großer Beliebtheit erfreute. Auf einem Hügel über dem Tejo gelegen, bietet der Friedhof heute wunderbare Ausblicke auf den Fluß, die Ponte 25 de Abril und auf die Christus-Statue am Südufer.

Praça do Comércio oder Terreiro do Paço?

Immer wieder soll es vorkommen, dass sich Touristen nach einem Rundgang über den Praça do Comércio (Handelsplatz) frohen Mutes auf die Suche nach einem vermeintlich weiteren sehenswerten Ort in der Innenstadt machen, dem Terreiro do Paço (Schlossplatz). 

Um künftigen Besuchern der Stadt ein ähnliches Schicksal zu ersparen sei an dieser Stelle verraten, dass es sich hierbei um zwei Namen für den gleichen Ort handelt, nämlich für den zum Tejo hin offenen, von alten Ministeriumsgebäuden flankierten Platz, in dessen Mitte die Reiterstatue des stolzen Dom José I wacht.

Terreiro do Paço hieß einer der schönsten und bedeutendsten Plätze Lissabons bis zum verheerenden Erdbeben 1755, weil sich hier das königliche Schloss befand. Seit dem Wiederaufbau der Stadt durch den Marques de Pombal heißt der Platz offiziell seit mehr als 200 Jahren Praça do Comércio.

Viele Einheimische jedoch nennen ihn einfach weiterhin Terreiro do Paço, und selbst die Metrostation sowie das Fährschiffterminal tragen diesen Namen. Wer also zum Praça do Comércio möchte, kann statt dessen auch getrost zum Terreiro do Paço gehen. Man gelangt in jedem Fall ans richtige Ziel.

Das Jahrhundertfeuer

Der 25. August 1988 war ein warmer Sommertag in Lissabon. Mit meiner Kamera bewaffnet hatte ich mich aufgemacht, an meinem fünften Ferientag in Portugal die portugiesische Hauptstadt weiter zu erkunden.

Schon vor der Einfahrt in den Bahnhof Cais do Sodré war die dunkle Rauchwolke zu sehen, die bedrohlich über dem Hügel des historischen Einkaufsviertels Chiado hing. Über die Rua do Alecrim ging ich hinauf zur Praça Luís de Camões, auf der sich die Schaulustigen drängten.

Unfreiwillig wurde ich so Augenzeuge der größte Katastrophe, die Lissabon seit dem Erdbeben von 1755 erleben musste. Eine Katastrophe, die den Charakter der Stadt unwiederbringlich verändern sollte. Insgesamt 18 geschichtsträchtige Gebäude wurden an diesem Tag ein Opfer der Flammen, darunter historische Kleinode wie das Eckhaus von Eduardo Martins an der Rua do Garrett, in dem seit 1889 Bettwäsche, Baumwollstoffe, Spitzen und Stickereien verkauft wurden.

Eine Brücke über den Tejo

Für die portugiesische Hauptstadt ist die Ponte 25 de Abril wesentlich mehr als nur ein weithin sichtbares Wahrzeichen, sie ist eine ihrer Hauptlebensadern. Täglich überqueren auf ihr etwa 150.000 Fahrzeuge und 160 Züge den Tejo, der Lissabon vom dicht besiedelten Südufer trennt.

Bis zur Eröffnung der Brücke im Jahr 1966 boten die Fährschiffe der Transtejo die einzige Möglichkeit, innerhalb der Stadt den Fluß zu überqueren. Wer aus dem Süden kommend mit dem Auto nach Lissabon wollte, mußte einen endlosen Umweg über Vila Franca de Xira in Kauf nehmen.

So wurde die Tejobrücke zu einem Prestigeobjekt des alten Regimes unter Diktator Salazar, das die Leistungsfähigkeit des Estado Novo unter Beweis stellen sollte. Schließlich war die Brücke ein lang gehegter Wunsch vieler Portugiesen, der seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts immer wieder diskutiert, bis dahin aber nicht verwirklicht worden war.

Zwei Raben brauen Bier

Zweifellos ist das kleine Portugal eine große Weinnation. An den steilen Hängen des Douro oder in den weiten Ebenen des Alentejo gedeihen Rebsäfte, die mit zum Besten zählen, was Winzer rund um den Globus in Flaschen füllen.

Bei aller Begeisterung über die lusitanischen Weine wird oftmals übersehen, dass die Portugiesen auch ein kühles Bier keineswegs gering schätzen. Eigentlich nicht weiter verwunderlich, denkt man nur an die vielen Sonnenstunden, die den Westrand Europas erwärmen. Im Kampf gegen die oftmals heißen Temperaturen trinkt jeder Portugiese jährlich 46 Liter Bier und "nur" 42 Liter Wein.

So ist neben den omnipräsenten Biermarken Sagres und Superbock auch das sogenannte Craft Beer längst in Portugal heimisch geworden. Kleine Erzeuger wie Celtas, Maldita und Sovina brauen abseits des Mainstreams Spezialitäten wie India Pale Ale, Stout oder Weizenbier. Insgesamt versuchen aktuell rund 90 Mikrobrauereien, mit ihren Gerstensäften in den Supermärkten und Restaurants des Landes Fuß zu fassen.

Der reichste Mann der Welt

Calouste Gulbenkian vor seinem Museum
Wir schreiben das Jahr 1942. Fast ganz Europa liegt in den Fesseln eines Weltkriegs, in dem Tag für Tag tausende Menschen ihr Leben verlieren. Doch am Westrand des Kontinents herrscht Frieden, denn Diktator Salazar hat es mit Hilfe unzähliger diplomatischer Winkelzüge verstanden, sein Land weitestgehend aus dem Konflikt herauszuhalten.

In dieser Zeit macht Lissabon seinem Ruf als Stadt des Lichts gleich doppelt Ehre. Denn nicht allein die lusitanische Sonne tröstet all jene, die hier Zuflucht finden. Lissabon gehört in diesen Tagen zu den wenigen Metropolen des alten Kontinents, die nicht aus Furcht vor nächtlichen Bombenangriffen verdunkelt sind, sondern im abendlichen Lichterglanz erstrahlen.

In dieses Lissabon des Friedens und des Lichts flüchtet sich in jenem Schreckensjahr auch ein Ölmagnat, der als reichster Mann der Welt gilt. Calouste Gulbenkian entstammt einer wohlhabenden armenischen Familie aus Istanbul. Nach seiner Ausbildung in Marseille und London legt er den Grundstein für sein Vermögen als Vermittler internationaler Ölgeschäfte. Er lebt in Paris und London und wird schließlich britischer Staatsbürger.

Von klein auf ein Liebhaber der bildenden Künste, investiert Gulbenkian einen guten Teil seines ungeheueren Reichtums in eine Kunstsammlung. Im Laufe der Jahrzehnte trägt er Gemälde, Skulpturen und kunsthandwerkliche Arbeiten aus fast allen Epochen zusammen. Als Gulbenkian 1942 das besetzte Paris verlässt, gelingt es ihm, seine inzwischen unschätzbar wertvolle Sammlung ebenfalls nach Lissabon zu bringen.

Schöne neue Welt


Wer irgendwo in der Innenstadt die Metro besteigt, um sie am Bahnhof Gare do Oriente wieder zu verlassen, begibt sich auf eine Zeitreise. Denn im Parque das Nações ist alles anders, als sonst in Lissabon. Ist die portugiesische Hauptstadt oftmals alt, verwinkelt, voller Patina, Geschichte und Geschichten, zeigt die Metropole in dem anläßlich der Weltausstellung 1998 am Tejoufer entstandenen, vierzig Hektar großen Stadtteil ein anderes Gesicht.

Schon der von Santiago Calatrava entworfene Bahnhof, gleichsam das Tor zum Park der Nationen, fasziniert durch seine Weite und die klaren, schnörkellosen Linien. Dem Gare do Oriente gegenüber liegt das Einkaufszentrum Vasco da Gama, durch das die meisten Besucher den Parque das Nações betreten.

Während der Vorbereitungen für die Weltausstellung, die unter dem Motto Die Ozeane - Ein Erbe für die Zukunft stand, waren die Planer des vier Monate dauernden Megaevents bemüht, aus den Fehlern zu lernen, die nur sechs Jahre zuvor in Sevilla anläßlich der Expo 1992 begangen wurden. Dort verwaiste das Ausstellungsgelände und gleicht heute in weiten Teilen einer Geisterstadt.

Ein neuer Ausblick auf die Stadt

Kein Mangel herrscht in Lissabon an Aussichtspunkten. An vielen gut zugänglichen oder auch verborgenen Stellen bieten die Miradouros dem Besucher immer neue Perspektiven auf die Stadt, laden zum Schauen und Verweilen ein.

Braucht es da einen weiteren - obendrein kostenpflichtigen - Aussichtspunkt auf dem Dach eines Einkaufszentrums? Etwas skeptisch gestimmt mache ich mich auf den Weg, den neuen Ausblick von einem der Türme des Amoreiras Shopping Centers in Augenschein zu nehmen.

Am Infoschalter im Erdgeschoss sind Eintrittskarten für fünf Euro erhältlich, die Tickets können auch bereits vorab online erworben werden. In der ersten Etage des Zentrums weisen dann ab der Rolltreppe bunte Pfeile auf dem Fußboden den Weg zum Aufzug, der die Schaulustigen in luftige Gefilde befördert, denn die Plattform liegt immerhin auf einer Höhe von 174 Metern.

Im Aufzug durch die Stadt

Ascensor da Glória
Lissabon ist auf sieben Hügeln erbaut. Das ist schön fürs Auge, weil sich an vielen Straßenecken neue, oftmals spektakuläre Ausblicke eröffnen. Weniger schön ist das für die Füße. Wer einmal von der Unterstadt Baixa hinauf ins Bairro Alto und die Alfama gewandert ist, weiß wovon ich spreche. Teilweise geht es nämlich ordentlich bergauf und bergab.

Bereits im 19. Jahrhundert dachten die Stadtväter darüber nach, wie man den geplagten Fußgängern der lusitanischen Metropole das Leben erleichtern könnte. Herausgekommen sind dabei die drei Standseilbahnen Ascensor da Bica, da Glória und do Lavra, die neben dem Elevador de Santa Justa und der alten Straßenbahnlinie 28 heute zu den Wahrzeichen der Stadt gehören.

Den Anfang machte am 19. April 1884 der Ascensor do Lavra, der den Largo da Anunciada mit der Rua Câmara Pestana verbindet. Auf einer Fahrstrecke von nur 182 Metern überwindet der Aufzug eine Höhendifferenz von 43 Metern, die Steigung beträgt dabei bis zu 25 Prozent. Schon am Eröffnungstag war der erste Aufzug der Stadt ein voller Erfolg, mehr als 3.000 Lisboetas nutzten damals die Gelegenheit zu einer Gratisfahrt mit dem neuen Transportmittel.

Schon im darauf folgenden Jahr ging am 24. Oktober 1885 der Ascensor da Glória in Betrieb, der von der zentral gelegenen Praça dos Restauradores 265 Meter hinauf ins Bairro Alto zum Miradouro São Pedro de Alcântara rumpelt und dabei beachtliche 48 Höhenmeter überwindet.

Die große Welle am Tejo

Gut möglich, dass das neue Museum der Kunst, Architektur und Technologie (MAAT) schon bald zu einem neuen Wahrzeichen von Lissabon wird.

Das im Oktober 2016 eröffnete Gebäude der Kulturstiftung des Energiekonzerns EDP ist in der Tat spektakulär: Einer großen Welle gleich liegt der Museumsbau am Ufer des Tejo. Die Fassade besteht aus beinahe 15.000 hellen Kacheln, das gewölbte Dach ist für Besucher zugänglich und bietet einen wunderbaren Ausblick auf den Fluss, die Ponte 25 de Abril und die Christusstatue am anderen Ufer.

Gerade einmal zwölf Meter hoch ist das von der britischen Architektin Amanda Levete entworfene Bauwerk und versperrt damit nicht den Blick auf die historischen Gebäude, die es im Stadtteil Belém im Überfluss zu bestaunen gibt.

Ein kulinarischer Rundgang durch das Maurenviertel

Ich muss zugeben, dass ich bei geführten Rundgängen stets ein wenig skeptisch bin. Wann immer möglich, mache ich mich am liebsten auf eigene Faust auf den Weg. Nun gehören Essen und Trinken zu meinen großen Leidenschaften, deshalb habe ich das Angebot von Taste of Lisboa bereits im Sommer 2014 vorgestellt. Da sich das Programm der Food Tour durch das Maurenviertel inzwischen sehr verändert hat, habe ich gut zwei Jahre später nochmals an dem Rundgang teilgenommen.

Mitten in der Baixa liegt der Treffpunkt, an dem Gastgeberin Filipa Valente uns um 15 Uhr in bestem Englisch begrüßt. Nach einigen Worten zum gut vierstündigen Programm geht es direkt zur ersten Station, der Manteigaria Silva. Hier werden seit 1890 in unmittelbarer Nähe zur Praça da Figueira die portugiesischen Nationalheiligtümer Bacalhau, Käse sowie Schinken vom Iberoschwein in bester Qualität angeboten.

Wir bekommen einen Pata Negra serviert, der fast wie Butter auf der Zunge zergeht. Dazu ein Glas Rotwein aus der Region Douro, wunderbar! Während wir Wein, Schinken, Brot und Olivenöl genießen, erzählt uns ein freundlicher Mitarbeiter, der selbst seit über 50 Jahren in der Manteigaria beschäftigt ist, von längst vergangenen Zeiten, als die Lisboetas nach der Nelkenrevolution Schlange standen um ein Stück Butter oder Bacalhau zu ergattern, und das Geschäft von Polizisten geschützt wurde.

Das Kutschenmuseum

Nach fünfjähriger Bauzeit und einigen finanziellen Turbulenzen wurde im Mai 2015 der Neubau des Kutschenmuseums Museu dos Coches im historischen Stadtteil Belém eröffnet. Im dem vom brasilianischen Architekten Paulo Mendes da Rocha entworfenen Gebäude sind auf 7.500 Quadratmetern Fläche 70 Kutschen aus dem 16. bis 19. Jahrhundert untergebracht. Sie stammen aus Portugal, England, Frankreich, Italien und Österreich.

Einige Ausstellungsstücke gehören zu den ältesten erhaltenen Kutschen in Europa. Gezeigt wird von goldschimmernder barocker Opulenz bis hin zu eher zweckmässig gehaltenen Postkutschen jüngeren Datums so ziemlich alles, was in längst vergangenen Zeiten auf zwei oder vier Rädern über die Straßen und Wege rumpelte.

Da ist es etwas schade, dass die Präsentation in dem riesigen Neubau doch sehr schlicht geraten ist. Ich hätte mir jedenfalls mehr Erklärungen zur Funktionsweise der Kutschen gewünscht. Im Zeitalter der Computeranimationen sollte es dazu eigentlich möglich sein, die eine oder andere Kutsche zu neuem virtuellen Leben zu erwecken. So lebt die Ausstellung ganz vom Kontrast zwischen den oftmals überreich dekorierten Fahrzeugen und dem ganz dem Trend der Zeit gehorchenden nüchternen Betonbau.

Mit dem Fahrrad auf Entdeckungstour

MAAT
Seit mehr als dreißig Jahren bin ich regelmäßig in Lissabon unterwegs. Zu Fuß und mit der Straßenbahn, dem Bus oder der Metro, manchmal auch mit dem Auto. Aber mit einem Fahrrad?

Die Topografie der Stadt scheint nicht gerade dafür geschaffen, um sich auf zwei Rädern zu bewegen. Viel zu oft geht es steil die sieben Hügel auf und ab, bilden enge Gassen mit ihrem Kopfsteinpflaster ein echtes Nadelöhr für den Verkehr.

Aller Skepsis zum Trotz war ich natürlich neugierig, das Angebot von Baja Bikes zu testen, die portugiesische Hauptstadt auf einer geführten Radtour zu erkunden.

Um es vorweg zu nehmen: Man muss kein Kandidat für die Tour de France sein, um die vierstündige Fahrt ohne schlimme Strapazen zu überstehen. Die Route ist so gewählt, dass es stets entweder bergab geht oder die Strecke ebenerdig verläuft.

Treffpunkt ist morgens um 9.30 Uhr oberhalb des Parque Eduardo VII. Hier empfängt Guide Gonçalo unsere kleine Gruppe, die heute nur aus drei Teilnehmern besteht. Die bequemen Fahrräder sind mit Gangschaltung und Stoßdämpfern ausgestattet, in einem Korb vor dem Lenker findet auch die Fototasche ihren Platz.

Der alte Weinpalast


Langsam aber sicher mausert sich der Stadtteil Marvila im Osten Lissabons zu einem angesagten Viertel. Jahrzehntelang in einer Art Dornröschenschlaf versunken und dem Verfall preisgegeben, richten sich in dem ehemaligen Hafenviertel immer mehr Szenerestaurants, Kunstgalerien und Sportstudios ein. Denn noch sind die Mieten in dem zwischen Praça do Comércio und Parque das Nações gelegenen Quartier bezahlbar.

Zu den Blickfängen von Marvila zählt das an der zentralen Praça David Leandro da Silva gelegene Stammhaus des Weinhändlers Abel Pereira da Fonseca. Aus gutem Grund wurde das 1910 vom Architekten Manuel Joaquim Norte Júnior auf dem riesigen Firmengelände errichtete Gebäude im Volksmund bald nur noch Der Weinpalast genannt.

Der Firma Fonseca gehörten vor allem in der Region Ribatejo große Weingüter, darunter die Companhia Agrícola do Sanguinhal mit ihrer Quinta das Cerejeiras in Bombarral, die noch heute existiert. In Lissabon wurde der Wein gelagert und von hier aus distribuiert. Wirklich sehenswerte Fotos aus der Firmengeschichte hat der portugiesische Blog Restos de Colecção zusammengetragen.

Rock in Lissabon

Als die Rolling Stones im Sommer 1990 im alten Stadion von Alvalade in Lissabon auftraten, kannten Fernsehnachrichten und Zeitungen neben den Glimmer Twins kaum noch ein anderes Thema. Vom Minho im Norden bis zur Algarve im Süden strömten die Fans in die Hauptstadt, um beim Konzertereignis des Jahres mit dabei zu sein. Kein Wunder, denn zu dieser Zeit verirrte sich nur äußerst selten ein Top-Act des internationalen Showgeschäfts an den noch immer entlegenen Westrand von Europa.

Fast drei Dekaden später könnte der Kontrast kaum größer sein. Zwar strömen die Fans noch immer aus nah und fern nach Lissabon, doch haben sie heute die Qual der Wahl. Die portugiesischen Kapitale hat sich im letzten Jahrzehnt zu einem wahren Mekka der Rockmusik gemausert, in das zunehmend auch ausländische Besucher pilgern.

Dafür gibt es gute Gründe. Mit der zur Expo 1998 erbauten MEO Arena steht in Lissabon nicht nur eine der architektonisch gelungensten Konzerthallen in Europa. Mit einem Fassungsvermögen von bis zu 20.000 Zuschauern ist die Mehrzweckhalle am Ufer des Tejo zudem auch ein lohnenswertes Ziel für die ganz großen Namen des Geschäfts.

Ginjinha - Der Likör aus Lissabon





















Wir schreiben das Jahr 1840, als der aus Galizien stammende Kaufmann Francisco Espinheira gemeinsam mit einem Kapuzinermönch einen Likör ersinnt, der die Trinkgewohnheiten der Lisboetas nachhaltig verändert. Dazu lässt Espinheira zunächst Sauerkirschen zwei Monate lang in Brandy fermentieren und gibt anschließend Zucker und Zimtwasser hinzu.

Der Kirschlikör mit seinem angenehmen Alkoholgehalt von etwa 20 Prozent erfreut nicht nur die beiden experimentierfreudigen Herren. So groß ist der Erfolg, dass Espinheira noch im gleichen Jahr in unmittelbarer Nähe des zentralen Rossio-Platzes die winzige Stehbar A Ginjinha eröffnet.

Noch heute wird dort am Largo de São Domingos jenes Getränk ausgeschenkt, dessen Name sich von der Frucht Ginja - zu deutsch Sauerkirsche - ableitet. Ginjinha ist die bei Portugiesen allgemein so beliebte Verkleinerungsform, folglich lassen sich Einheimische wie Besucher seit mehr als 175 Jahren ein Sauerkirschlein schmecken.

Fußball in Lissabon

Im Estádio da Luz

Nicht erst seit dem Gewinn der EM 2016 gehört das kleine Portugal zu den ganz großen Fußballnationen. Gerade Lissabon bietet reichlich Gelegenheiten für einen Stadionbesuch. Denn neben Rekordmeister Benfica - der mit Abstand populärste Klub am Westrand Europas - spielen mit Sporting und Belenenses noch zwei weitere Hauptstadtklubs in der ersten portugiesischen Liga.

Mit mehr als 150.000 Mitgliedern ist SL Benfica einer der mitgliederstärksten Fußballklubs der Welt. Ich selbst bin seit vielen Jahren ein Sócio der stolzen Adler und habe eine Dauerkarte für das Estádio da Luz, das offiziell Estádio do Sport Lisboa e Benfica heißt.

Bis zum Neubau im Jahr 2003 war die Heimstätte von Benfica mit einem Fassungsvermögen von 120.000 Zuschauern das größte Stadion in Europa. Nach wie vor ist die Kathedrale des portugiesischen Fußballs mit 65.000 Plätzen das größte Stadion des Landes, unter anderem wurden hier die Endspiele der EM 2004 und der Champions League 2014 ausgetragen.

Campo de Ourique für Genießer

Pigmeu






















Der Stadtteil Campo de Ourique gehört sicher nicht zu den Vierteln, die bei Besuchern der portugiesischen Hauptstadt ganz oben auf der Liste stehen. Unweit des Zentrums gelegen, bietet das traditionsreiche Wohnviertel mit seinen 22.000 Einwohnern nur wenige touristische Höhepunkte. Die legendäre Straßenbahnlinie 28 hat hier am Cemitério dos Prazeres ihre Endhaltestelle, doch ansonsten gibt es neben der historischen Markthalle nur wenig zu sehen, weshalb die Einheimischen meist unter sich bleiben.

Abseits vom Strom der Städteurlauber genießt Campo de Ourique unter den Lisboetas jedoch den Ruf als eigene Stadt innerhalb der Hauptstadt. Unzählige kleine Geschäfte gibt es rund um die belebte Rua Ferreira Borges, und die Gastronomieszene sucht ihresgleichen. Spitzenköche wie Vitor Sobral eröffnen hier ihre Restaurants, denn allgemein gilt: Wer es in Campo de Ourique schafft, hat auch anderswo Erfolg.

Schon vor einiger Zeit habe ich hier auf der Seite einen von Taste of Lisboa veranstalteten kulinarischen Rundgang vorgestellt, der durch das historische Maurenviertel führt. Zusätzlich im Programm ist jetzt auch eine Food Tour durch Campo de Ourique, auf die ich besonders gespannt war. Schließlich ist der Stadtteil das Viertel, in dem ich bei meinen Besuchen in Lissabon seit rund dreißig Jahren wohne.

In bester Gesellschaft

Die Zeiten, in denen Lissabon zu den touristischen Geheimtipps zählte, gehören natürlich lange der Vergangenheit an. Die Hauptstadt am Westrand Europas lockt immer mehr Menschen von nah und fern an, darunter im Sommer 2016 auch auffallend viele Prominente.

So feierte vor einigen Wochen das Schauspielerpaar Harrison Ford und Calista Flockhart seinen sechsten Hochzeitstag ausgerechnet im O Magano, meinem Lieblingsrestaurant im Stadtteil Campo de Ourique. Dem Vernehmen nach ließen sich die beiden im Ofen gebackenes Zicklein und einen vernünftigen portugiesischen Rotwein schmecken.

Wer schon immer mal gerne den gleichen Friseur wie David Beckham haben wollte, dem bietet Lissabon auch hierzu Gelegenheit. Ende Juli besuchte Beckham den Figaro's Barbershop in der Rua do Alecrim und ließ auch seine fast 55 Millionen Fans auf Facebook an diesem Ereignis teilhaben.

Völlig dem Charme von Lissabon erlegen ist derweilen Éric Cantona. Der frühere Superstar von Manchester United wurde 2005 zum besten Premier League-Spieler aller Zeiten gekürt. Mittlerweile ist The King 50 Jahre alt und widmet sich der Schauspielkunst. Gemeinsam mit seiner Frau und seinen zwei Kindern lebt er seit diesem Jahr in Lissabon.

Die Kunst des Kaffeetrinkens

Lissabon ist eine Metropole des Kaffees, seine Einwohner trinken ihn zu jeder Tages- und Nachtzeit. An Gelegenheiten dazu herrscht kein Mangel, denn man findet in der portugiesischen Hauptstadt wohl kaum eine Straße ohne Café, und sei es auch noch so klein.

Neumodische Errungenschaften wie Cappuccino oder Latte Macchiato wird man dort fast immer vergeblich suchen. Diese bleiben den auch in Lissabon in jüngster Zeit aus dem Boden sprießenden internationalen Ketten wie Starbucks vorbehalten, die oft von Ausländern frequentiert werden.

Denn schließlich gehört Kaffee zum Kulturgut der Portugiesen, seit ihn die lusitanischen Seefahrer aus den Kolonien Brasilien, Angola, Mosambik und São Tomé in das kleine Land am Westrand Europas brachten. So gibt es in Portugal noch heute den wahrscheinlich besten Kaffee der Welt, und das zu ausgesprochen verträglichen Preisen. Nur in ganz seltenen Fällen kostet etwa ein Espresso mehr als einen Euro, meistens ist er sogar deutlich billiger. Viele Cafés haben zudem bis heute die Tradition bewahrt, für einen im Stehen an der Theke getrunkenen Kaffee weniger zu berechnen als an den Tischen.

Wo die Erde endet

Aqui... onde a terra se acaba e o mar começa...
(Luís Vaz de Camões)

Wir befinden uns am westlichsten Punkt des europäischen Festlands, wo mit den Worten des portugiesischen Nationaldichters Luís Camões die Erde endet und das Meer beginnt. Ein schöner Ausflug für all jene, die etwas mehr Zeit in Lissabon verbringen und auch die Umgebung erkunden möchten.

Der Cabo da Roca liegt gerade einmal 40 Kilometer von der portugiesischen Hauptstadt entfernt, mit dem Mietwagen ist man über die Autobahn A5 in etwa 45 Minuten dort. Gemütlicher und landschaftlich wesentlich reizvoller geht es über die Küstenstraße Marginal bis nach Cascais und weiter am Surferstrand Guincho vorbei zum Kap. Rund 60 Kilometer muss man dann fahren und sollte dafür pro Strecke etwa eineinhalb Stunden einplanen.

Am Ziel wartet die Atlantikküste in ihrer schönsten Form. Vom 140 Meter über dem Meeresspiegel am westlichen Ausläufer der Serra de Sintra gelegenen Kap blickt man die zerklüftete Steilküste hinab in die Brandung des Atlantiks. Wollte man ins Wasser springen um nach Amerika zu schwimmen, wäre hier der ideale Ausgangspunkt: Nirgends liegen die USA näher an Festlandeuropa, als am Cabo da Roca.

Adamastors Aussichtspunkt


Adamastor war kein wirklich freundlicher Zeitgenosse. Die Gestalt aus der griechischen Mythologie wurde im Epos Die Lusiaden von Luís de Camões als Symbol für all die Erschwernisse besungen, denen sich die portugiesischen Seefahrer während ihrer Entdeckungsreisen bei der Umsegelung des Kaps der Sturmesqualen ausgesetzt sahen, das heute etwas optimistischer Kap der guten Hoffnung heißt.

Und sieh da droben, kaum dass ich geschlossen,
Ein Menschenbildnis - riesenhaft gereckt,
Gewaltig breit und ungeschlacht gesprossen,
Das Antlitz greulich und den Bart verdreckt,
Mit hohlen Augen - zornig aufgeschossen:
Erdfahler Hauch, der ihm die Haut bedeckt
Und Erde im Gewirr der krausen Mähnen;
Schwarzangelaufenen Munds mit gelben Zähnen.
                                         (V. Gesang, Strophe 39)

Das Verkehrsmuseum

Nur in wenigen Städten ist ein öffentliches Transportmittel so sehr zum Wahrzeichen geworden wie in Lissabon. Seit 1901 rumpeln die gelben Straßenbahnen Hügel auf, Hügel ab und erfreuen sich bei Einheimischen wie Touristen gleichermaßen großer Beliebtheit. Die aus nur einem Waggon bestehenden Trambahnen zieren heutzutage zahlreiche Souvenirs und sind natürlich auch eine der Attraktionen im Museum der Lissabonner Verkehrsbetriebe Carris.

Das Museu da Carris ist im Schatten der mächtigen Ponte 25 de Abril in der ehemaligen Zentrale der Verkehrsbetriebe im Stadtteil Santo Amaro untergebracht, deren Gelände sich von der Rua Primeiro do Maio bis fast hinab zum Ufer des Tejo erstreckt.

Eigentlich schon fast eine kleine Stadt, in der sich neben dem Straßenbahndepot auch die Werkstätten und Büros von Carris befanden, bevor diese an den Stadtrand umsiedelten. Viele dieser Gebäude dienen heute als Ausstellungsräume, die standesgemäß von einer historischen Straßenbahn verbunden werden, um den Besuchern unnötige Fußwege zu ersparen.

Ein Altstadtviertel als Fotogalerie

Senhor Vítor vor seinem Porträt
Anders als die benachbarte Alfama ist das Altstadtviertel Mouraria bislang von den Besuchern Lissabons weitgehend unentdeckt geblieben. In jüngster Zeit entwickelt sich das alte Maurenviertel jedoch immer mehr zu einem Geheimtipp, in dem es vor allem in gastronomischer Hinsicht viel Spannendes zu entdecken gibt.

Die englische Fotografin Camilla Watson lebt und arbeitet bereits seit 2007 in der Mouraria und hat in diesen Jahren den Menschen ihres Viertels ein künstlerisches Denkmal gesetzt. Ihre auf Holz gedruckten Porträts der Altstadtbewohner verwandeln einige der verwinkelten Gassen in wahre Kunstgalerien, die alleine schon den Besuch des Stadtteils wert sind.

Mit ein wenig Glück trifft man beim Betrachten der wunderbaren Fotografien sogar auf einen jener sympathischen Menschen der Mouraria, die auf den Bildern zu sehen sind. Senhor Vítor führte mich jedenfalls voller Stolz zu der Aufnahme, die Camilla Watson von ihm gemacht hat. Sie ziert nun unweit seiner Wohnung eine Hauswand.

Street Art von Alexandre Farto (Vhils)

Rua João de Oliveira Miguens
Graffitis haben in Lissabon eine lange Tradition. Bezogen die Muralistas in den Jahren nach der Nelkenrevolution im April 1974 ihre Inspiration noch ausschließlich aus politischen Themen, bestimmen heute oft rein ästhetische Ansprüche die Arbeiten der Straßenkünstler.

Zu den bedeutendsten Vertretern der aktuellen Street-Art-Szene zählt der 1987 geborene Portugiese Alexandre Farto, der unter dem Künstlernamen Vhils arbeitet und die Kunstgattung auf spektakuläre Weise erweitert hat. Farto greift nicht zur traditionellen Sprühdose, sondern zaubert mit der Schlagbohrmaschine großflächigen Reliefarbeiten an die Hauswände. Die Ergebnisse sind so atemberaubend schön, das seine Werke inzwischen in London, Paris, Rio de Janeiro, Las Vegas oder Shanghai zu sehen sind.

Convento do Carmo













Am Morgen des 1. Novembers 1755 haben sich in den Kirchen von Lissabon gerade die Gläubigen versammelt um Allerheiligen zu feiern, als um 9.40 Uhr plötzlich der Boden erzittert. Innerhalb weniger Minuten verwüstet ein verheerendes Erdbeben eine der reichsten Städte der damaligen Zeit. Was vom Beben verschont bleibt, wird vom Feuer und drei Tsunamiwellen zerstört, die vom Tejo aus über Lissabon hereinbrechen.

Bis zu 100.000 der damals 275.000 Einwohner der portugiesischen Hauptstadt finden an diesem Tag den Tod, das Beben mit einer Stärke von 8,5 bis 9 auf der Richterskala gilt bis in die Gegenwart als eine der schlimmsten Naturkatastrophen in Europa. Die Ereignisse des Allerheiligentags werden heute im Lisboa Story Centre eindrucksvoll simuliert.

Selbst im fernen Deutschland versetzt die Tragödie die Menschen in Angst und Schrecken. Johann Wolfgang von Goethe beschreibt in seiner Autobiographie Aus meinem Leben. Dichtung und Wahrheit das Erdbeben von Lissabon als außerordentliches Weltereignis, durch das die Gemütsruhe des Knaben zum ersten Mal im Tiefsten erschüttert wurde.

Eine etwas andere Kreuzfahrt

Die Schönheit Lissabons, das sich zum Wasser hin ausbreitet und seine Besucher mit weit geöffneten Armen empfängt, wird seit Jahrhunderten von Romanciers und Poeten gepriesen. Und tatsächlich ist der Anblick der portugiesischen Metropole vom Schiff oder der anderen Uferseite des Tejo-Deltas aus so atemberaubend, dass man ihn sich auf keinen Fall entgehen lassen sollte.

Das haben auch einige Touristikunternehmen erkannt und bieten verschiedene Kreuzfahrten auf dem Tejo an, deren Preise je nach Programm bei 15 Euro beginnen. Eine deutlich günstigere und in meinen Augen auch wesentlich originellere Alternative ist es, einfach eines der unzähligen Fährschiffe zu nehmen, die die Hauptstadt tagtäglich auf verschiedenen Routen mit dem dicht besiedelten südlichen Ufer verbinden. Bis zur Fertigstellung der Ponte 25 de April im Jahr 1966 waren diese Fähren überhaupt die einzige Möglichkeit, den Fluss zu überqueren.

Auf den Spuren von James Bond

Wir schreiben das Jahr 1969. In Washington wird Richard Nixon als neuer Präsident der Vereinigten Staaten vereidigt. Auf dem Mond macht der Astronaut Neil Armstrong einige bedeutende Schritte für die Geschichte der Menschheit. In Lissabon schließlich bekämpft James Bond als Agent 007 im Geheimdienst Ihrer Majestät die dunklen Mächte des Bösen. Ein James Bond, der zum ersten und letzten Mal von George Lazenby verkörpert wird, dem Diana Rigg als Ehefrau zur Seite steht.

Gedreht wird in Großbritannien, der Schweiz und eben in Lissabon und Umgebung. Während der Dreharbeiten in Portugal im April und Mai 1969 logiert die Filmcrew standesgemäß im legendären Hotel Palácio im Badevorort Estoril, in dem auch einige Filmszenen spielen.

Von Lissabon selbst ist neben dem Rossio die Brücke des 25. April zu sehen, die seinerzeit noch Ponte Salazar hieß und erst drei Jahre zuvor eingeweiht wurde. Weitere Szenen spielen am Surferstrand Guincho, auf der Straße zum Cabo da Roca, dem westlichsten Punkt Europas, in den Küstenorten Cascais und Estoril sowie im südlich der Hauptstadt gelegenen Gebirge Serra da Arrábida.